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Aufruf des Rates der Stadt Gladbeck gegen Rechtsextremismus

Mit großer Bestürzung stellt der Rat der Stadt Gladbeck fest, dass in unserer Stadt am 5. Juli eine Kundgebung aus der rechtsradikalen, neonazistischen Szene stattfinden soll. Der Rat erkennt mit großer Sorge, dass Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus keine gesellschaftlichen Randprobleme sind, sondern ihre Wurzeln mitten in unserer Gesellschaft haben.

 

Die Geschichte - gerade auch in Gladbeck - lehrt uns, dass Toleranz und Solidarität Grundwerte sind, die Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern mit einander verbinden und eine gemeinsame Zukunft gestalten lassen. Wir werden deshalb weder gewaltsame Übergriffe noch neonazistische und rechtsextreme Propaganda in unserer Stadt dulden.

 

Daher fordert der Rat alle Verantwortlichen auf, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten gegen die neonazistische Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz vorzugehen.

 

Daher fordert der Rat der Stadt Gladbeck die Bürgerschaft auf, aktiv in ihrem Umfeld, am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Freizeit und in der Nachbarschaft gegen nazistische und ausgrenzende Äußerungen Stellung zu beziehen, den betroffenen Menschen beizustehen und deutlich zu machen, dass wir nicht wegsehen und Diskriminierung und Gewalt nicht tolerieren.

 

Daher fordert der Rat der Stadt Gladbeck alle Einwohnerinnen und Einwohner auf, sich an den Aktionen des aus gewerkschaftlichen, politischen, kirchlichen und vielen anderen Verbänden und Gruppierungen seit längerem bestehenden „Gladbecker Bündnis für Courage“ gegen die neonazistische Kundgebung zu beteiligen.

 

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Gladbeck war, ist und bleibt eine Stadt, in der Freiheit, Gleichheit und Toleranz gelebte Werte eines friedlichen Miteinanders sind.